In den klinischen Gesundheitswissenschaften, vital signs sind die wichtigsten Messwerte für die grundlegendsten Körperfunktionen. Sie liefern eine grundlegende Beurteilung des physiologischen Zustands einer Person und geben wichtige Aufschlüsse darüber, wie gut Herz, Lunge und Stoffwechsel funktionieren.
Bislang waren zur Erfassung dieser Messwerte invasive Blutabnahmen oder sperrige Diagnosegeräte erforderlich. Der aktuelle Stand der Technik in der Gesundheitsüberwachung hat sich jedoch hin zu nicht-invasiven Messverfahren verlagert, die Photoplethysmographie (PPG). Mithilfe einer Smartphone-Kamera oder spezieller Sensoren zur Analyse der Lichtabsorption durch die Haut nutzt das RE.DOCTOR SDK fortschrittliche KI, um komplexe Biomarker mit klinischer Präzision zu ermitteln.
Die klinische Validität dieser Technologie wird durch aussagekräftige Daten untermauert: Das RE.DOCTOR-System weist eine 72–93% Vorhersagequote über den gesamten Parameterbereich hinweg. Insbesondere erreicht die Technologie einen bemerkenswert niedrigen Mittlerer absoluter Fehler (MAE)—mit einer Länge von nur 2,46 Schläge pro Minute (bpm) für die Herzfrequenz, 2,62 Atemzüge pro Minuteund 13,9 mg/dl Blutzucker—was beweist, dass softwarebasierte Überwachung mit herkömmlicher Hardware mithalten kann.
Der Übergang zu einer nicht-invasiven, softwarebasierten Überwachung stellt einen Paradigmenwechsel in Bezug auf die Autonomie der Patienten dar. Im Gegensatz zu herkömmlichen klinischen Umgebungen ermöglicht diese Technologie eine Überwachung unter “alltäglichen Lebensbedingungen”. Dadurch können Rückfälle oder Stoffwechselveränderungen (wie Blutzuckerspitzen) in Echtzeit frühzeitig erkannt werden, wodurch sich das Gesundheitsmodell von reaktiven Arztbesuchen hin zu einem proaktiven, kontinuierlichen Gesundheitsmanagement verlagert.
Wenn wir diese Messgrößen beherrschen, können wir die inneren Reaktionen des Körpers besser verstehen, angefangen bei dem grundlegendsten biologischen Prozess: der Atmung.
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Sauerstoffversorgung und Atmung sind die beiden Säulen des Stoffwechsels. Die eine misst den im Blut vorhandenen “Treibstoff” (Sauerstoff), während die andere die Häufigkeit der mechanischen Arbeit (Atmung) misst, die erforderlich ist, um diese Versorgung aufrechtzuerhalten.
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Bezeichnung der Kennzahl |
Definition |
Normalbereich (gesunde Erwachsene) |
Die “Warnzone” |
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Blutsauerstoffsättigung (SpO2) |
Prozentsatz des sauerstoffgebundenen Hämoglobins. |
95% – 100% |
unter 94% – 90% (klinischer Verdacht)* |
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Atemfrequenz (Resp) |
Atemfrequenz pro Minute (brpm). |
12–18 Schläge pro Minute |
unter 12 oder über 25 Schläge pro Minute |
*Hinweis: Das SDK kann zwar Werte bis hinunter zu 801 TP3T erfassen, klinische Warnwerte für den Gesundheitszustand setzen jedoch in der Regel erst ein, wenn die Sättigung unter 941 TP3T fällt.
Die Biologie des Atems: Im Inneren der roten Blutkörperchen befindet sich ein Protein namens Hämoglobin fungiert als Transportmittel. Jedes Hämoglobinmolekül kann bis zu vier Sauerstoffmoleküle transportieren. Der SpO2-Wert gibt an, wie “gesättigt” diese Transportmittel sind. Dieser Sauerstoff wird dann zum Herzen befördert, um von dort aus durch den Körper gepumpt zu werden.
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Zur Überwachung der Herzfunktion werden sowohl die Pulsfrequenz als auch die feinen zeitlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Herzschlägen analysiert.
Rhythmus vs. Frequenz: Während die Herzfrequenz die Geschwindigkeit misst, erfasst die Herzfrequenzvariabilität (HRV) das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems (ANS).
HRV und der Alterungsprozess: Die HRV nimmt mit zunehmendem Alter des Herzens und des Nervensystems auf natürliche Weise ab. Die folgenden Daten veranschaulichen typische Wertebereiche für gesunde Bevölkerungsgruppen:
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Altersgruppe |
Typischer HRV-Bereich (ms) |
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20–25 Jahre alt |
55 – 105 ms |
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60–65 Jahre alt |
25 – 45 ms |
Das autonome Nervensystem beeinflusst gleichzeitig den Herzrhythmus und den Blutdruck in den Blutgefäßen, was unmittelbar zur Erforschung der Hämodynamik führt.
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Der Blutdruck gibt die Kraft an, mit der das Blut gegen die Arterienwände drückt. Er wird durch zwei Hauptwerte und die sich daraus ergebende Differenz zwischen diesen Werten bestimmt.
Klinische Bedeutung des Pulsdrucks:
Da sich der Druck verändert, spiegelt dies den physischen Zustand und die Elastizität der Arterien selbst wider.
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Neben dem Blutdruck können wir die physikalische “Nachgiebigkeit” und den Zustand der Blutgefäße anhand von zwei spezifischen Indizes messen.
Die Analogie “Ein Kieselstein in einer Pfütze”: Stellen Sie sich vor, Sie werfen einen Kieselstein in eine Pfütze. Die Wellen breiten sich bis zum Rand aus und werden zurück zur Mitte reflektiert, allerdings mit geringerer Energie. Im Körper misst der RI die von den kleinen Arterien zurückgeworfene Welle. Eine hohe Reflexionsenergie (höherer RI) korreliert mit der Verengung oder schlechter Zustand der kleinen Arterien. Personen mit Linksventrikuläre Hypertrophie (LVH) weisen häufig höhere RI-Werte auf (im Durchschnitt 80%).
Formeln und Einheiten:
Messungen der Gefäßgesundheit sind eine Momentaufnahme, die von Ernährung, Bewegung und Koffein beeinflusst wird. Um ein zuverlässiges Gesundheitsprofil zu erstellen, regelmäßige Prüfungen ist erforderlich, anstatt sich auf eine einzige Messung zu verlassen.
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Der Blutzucker (BG) ist die Zuckerkonzentration im Blut. Die Überwachung dieser Werte ist für die Früherkennung von Stoffwechselstörungen von entscheidender Bedeutung.
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Kategorie |
Nüchternblutzuckerbereich (mg/dl) |
Klinische Implikationen |
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Hypoglykämie |
unter 70 mg/dl |
Risiko von Schwindel/Herzklopfen; erfordert sofortige ärztliche Hilfe. |
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Normal |
70 – 100 mg/dl |
Zielbereich für eine gesunde Funktion. |
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Prädiabetes |
100 – 125 mg/dl |
Erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes; Änderungen des Lebensstils dringend empfohlen. |
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Diabetes |
126 mg/dl oder mehr |
Die Diagnose wird gestellt, wenn Folgendes festgestellt wird: zwei separate Tests. |
Aufklärung über Hypoglykämie: Wenn der Blutzucker zu stark absinkt, kann es bei einem Schüler oder Patienten zu folgenden Symptomen kommen:
Das vegetative Nervensystem fungiert als Bindeglied zwischen diesen biochemischen Markern und dem allgemeinen Spannungszustand des Körpers.
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Das RE.DOCTOR SDK bietet eine quantitative Messgröße für systemische Anspannung, die als „Stress“ bezeichnet wird.
“Stress ist ein körperlicher, geistiger oder emotionaler Faktor, der zu körperlicher oder geistiger Anspannung führt. Er gilt allgemein als einer der Hauptfaktoren, die zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen führen.”
Stress wird auf einer Skala von 1 bis 100:
Das “Na und?”: Ein hoher systemischer Blutdruck ist ein klinisches Problem, da er Bluthochdruck verschlimmern, Herzrhythmusstörungen verursachen und den Stoffwechsel beeinträchtigen kann.
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Parametername |
Abkürzung |
Maßeinheit |
SDK-Reichweitenabschätzung |
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Blutsauerstoff |
SpO₂ |
% |
80 – 100 |
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Herz Rate |
HR |
bpm |
40 – 200 |
|
Atemfrequenz |
Antw. |
brpm |
6 – 36 |
|
systolischer Blutdruck |
BPS |
mmHg |
75 – 140 |
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Diastolischer Blutdruck |
BPD |
mmHg |
70 – 100 |
|
Blut-Glukose |
BG |
mg/dl |
75 – 150 |
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Herzfrequenzvariabilität |
HRV |
ms |
~25 – 105 (altersabhängig) |
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Reflexionsindex |
RI |
% oder 0–1 |
0.6 – 0.9 (60% – 90%) |
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Index der Arteriensteifigkeit |
LASI/SI |
m/s |
4 – 12 |
|
Stress |
Stress |
1–100 |
1 – 100 |
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MEDIZINISCHER HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Dieses Handbuch dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die darin enthaltenen Informationen basieren auf softwarestützten Schätzungen und sollen die medizinische Versorgungskette ergänzen, nicht ersetzen. Nur ein qualifizierter Arzt kann die zugrunde liegenden Ursachen oder Erkrankungen diagnostizieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollten Sie stets professionelle medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.